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Glossar

Zentrale Begriffe rund um Mobilitätsdaten kurz erklärt.

A

AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation)

EU-Verordnung zur Förderung und zum Ausbau von Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Sie enthält unter anderem Vorgaben zur Bereitstellung von Daten über öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur.

API (Application Programming Interface)

Programmierschnittstelle, über die Systeme automatisiert Daten austauschen können. APIs ermöglichen den direkten Zugriff auf aktuelle Datenbestände.

D

Data Custodian (Datenverwaltende)

Rolle in der Data Governance, die für die technische Verwaltung, Speicherung, Sicherung und Bereitstellung von Daten verantwortlich ist. Data Custodians stellen sicher, dass Daten technisch verfügbar, geschützt und zugänglich sind.

Data Owner (Datenverantwortliche)

Rolle in der Data Governance, die fachlich für einen Datensatz oder Datenbereich verantwortlich ist. Data Owner entscheiden über Zweck, Nutzung, Freigabe, Qualität und Weiterentwicklung der Daten.

Data Steward (Datenbetreuende)

Rolle in der Data Governance, die die operative Pflege, Beschreibung und Qualitätssicherung von Daten unterstützt. Data Stewards sorgen häufig dafür, dass Daten korrekt dokumentiert, aktualisiert und nach vereinbarten Standards bereitgestellt werden.

Datenart

Abgegrenzte Kategorie von Mobilitätsinformationen mit vergleichbaren inhaltlichen Eigenschaften und Anforderungen an Struktur, Qualität und Bereitstellung (z. B. Baustellen, Parkraum, Ladeinfrastruktur).

Dateninventur

Systematische Erfassung und Übersicht aller in einer Organisation vorhandenen Datenbestände. Ziel ist es, Transparenz über verfügbare Daten, deren Inhalte, Formate, Zuständigkeiten und Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Datenkatalog

Ergebnis der Dateninventur, in dem im Sinne einer Inventarliste alle identifizierten Datensätze aufgeführt sind (inklusive Mindestangaben wie Bezeichnung des Datensatzes, inhaltliche Beschreibung, Datenformat sowie Informationen zu beteiligten Rollen und rechtlichen Rahmenbedingungen)

Datenplattform

Technische Infrastruktur zur Bereitstellung, Verwaltung und ggf. Verknüpfung von Daten. Datenplattformen ermöglichen es, Datensätze zentral zugänglich zu machen und über Schnittstellen bereitzustellen.

Datenstandard/Standard

Allgemein anerkannte oder festgelegte Spezifikation zur strukturierten Beschreibung und zum Austausch von Daten. Standards legen fest, wie Daten aufgebaut, bezeichnet und übertragen werden, damit sie systemübergreifend verstanden, verarbeitet und genutzt werden können.

DATEX II

Mehrteiliger europäischer Standard CEN 16157 für den Austausch straßenverkehrsbezogener Daten, insbesondere zu Verkehrslage, Ereignissen, Baustellen und Verkehrsregelungen.

F

FAIR-Kriterien

Prinzipien für den Umgang mit Daten: Findable (auffindbar), Accessible (zugänglich), Interoperable (interoperabel) und Reusable (wiederverwendbar), damit Daten sowohl von Menschen als auch von Maschinen möglichst einfach gefunden, verstanden, kombiniert und weiterverwendet werden können.

G

GBFS (General Bikeshare Feed Specification)

Offener Standard zur Bereitstellung von Daten aus Bike- und Mikromobilitäts-Sharing-Systemen, insbesondere zu Standorten und Verfügbarkeiten.

Geodaten

Daten mit Raumbezug, die eine geografische Position beschreiben (z. B. Koordinaten, Adressen, Flächen).

GTFS (General Transit Feed Specification)

International verbreiteter De-facto-Standard zur Bereitstellung von Fahrplan- und Angebotsdaten im öffentlichen Verkehr.

H

HVD-Verordnung

Durchführungsverordnung (EU) 2023/138 zu hochwertigen Datensätzen (High-Value Datasets). Sie verpflichtet öffentliche Stellen zur Bereitstellung bestimmter besonders wertvoller Datensätze zur Weiterverwendung, darunter auch Mobilitäts- und Geodaten, grundsätzlich kostenfrei und in maschinenlesbarer Form.

I

INSPIRE

Infrastructure for Spatial Information in Europe. Europäische Geodateninfrastruktur zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Bereitstellung und Nutzung von Geodaten. Grundlage ist die INSPIRE-Richtlinie (Richtlinie 2007/2/EG).

Interoperabilität

Fähigkeit unterschiedlicher Systeme, Daten auszutauschen und gemeinsam zu nutzen.

IVS-Richtlinie (ITS Directive)

Europäische Richtlinie zur Einführung intelligenter Verkehrssysteme (IVS) im Straßenverkehr und für deren Schnittstellen zu anderen Verkehrsträgern. Grundlage ist die IVS-Richtlinie (Richtlinie 2010/40/EU), fortgeschrieben durch die Richtlinie (EU) 2023/2661 vom 22. November 2023.

L

Linked Open Data (LOD)

Offene Daten, die in standardisierter und maschinenlesbarer Form bereitgestellt und über eindeutige Identifikatoren miteinander verknüpft sind. Dadurch können Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander kombiniert und gemeinsam ausgewertet werden.

M

Metadaten

Beschreibende Informationen zu Datensätzen, z. B. Inhalt, Aktualität, Qualität, Verantwortlichkeit oder Zugriffsbedingungen.

MMTIS

Delegierte Verordnung (EU) 2017/1926, zuletzt geändert durch Delegierte Verordnung (EU) 2024/490 zu multimodalen Reiseinformationsdiensten. Sie konkretisiert Anforderungen an die Bereitstellung multimodaler Mobilitätsdaten, insbesondere für Reiseplanung, Auskunftssysteme und die Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger.

Mobilitätsdaten

Daten, die Informationen über Verkehrssysteme, Infrastruktur, Mobilitätsangebote oder Verkehrsabläufe enthalten.

Mobilithek

Nationaler Zugangspunkt für Mobilitätsdaten in Deutschland. Plattform zur Bereitstellung und Auffindbarkeit von Mobilitätsdatensätzen.

Mobility Data Specification (MDS)

Spezifikation zur Bereitstellung von Daten aus Sharing-Systemen, insbesondere für kommunale Steuerungs- und Analysezwecke.

N

NAP (National Access Point)

Nationaler Zugangspunkt für Mobilitätsdaten, über den Daten gemäß europäischen Vorgaben zentral auffindbar und zugänglich gemacht werden. In Deutschland wird diese Funktion durch die Mobilithek wahrgenommen.

NeTEx (Network Timetable Exchange)

Mehrteiliger europäischer Standard CEN 16614 zur Bereitstellung statischer Daten des öffentlichen Verkehrs, insbesondere Fahrplan- und Netzstrukturen.

Netzebene

Einordnung von Verkehrswegen nach ihrer Bedeutung und Zugehörigkeit zu bestimmten Netzen, z. B. zum transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V) oder zum übrigen nationalen, regionalen oder kommunalen Verkehrsnetz. Die Netzebene ist häufig maßgeblich für die Anwendung rechtlicher Vorgaben und Fristen.

NUTS-Klassifikation (Nomenclature des Unités territoriales statistiques)

Geografische Systematik, nach der das Gebiet der Europäischen Union in drei Hierarchiestufen eingeteilt wird: NUTS-1, NUTS-2 und NUTS-3. Diese Einordnung ermöglicht den grenzüberschreitenden statistischen Vergleich von EU-Regionen.

O

OCPI (Open Charge Point Interface)

Offener Standard für den Austausch von Daten zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zwischen Betreibern und Plattformen.

Offene Daten (Open Data)

Daten, die frei zugänglich, nutzbar und weiterverwendbar sind, in der Regel ohne Einschränkungen oder mit offenen Lizenzen.

Q

Quality-Gate

Automatisierte oder organisatorische Prüfschranke im Datenbereitstellungsprozess. Ein Quality-Gate stellt sicher, dass Daten vor ihrer Veröffentlichung festgelegte Qualitätsanforderungen erfüllen, z. B. hinsichtlich Vollständigkeit, Format, Aktualität oder technischer Validität.

R

RDF (Resource Descriptor Framework)

Auszeichnungssprache, die für die Modellierung von Metadaten für Ressourcen im Internet verwendet wird. RDF legt dabei eine Syntax für den gemeinsamen Datenaustausch fest.

RTTI

Delegierte Verordnung (EU) 2022/670 zu Echtzeit-Verkehrsinformationsdiensten. Sie regelt Anforderungen an die Bereitstellung von Straßenverkehrsdaten, insbesondere zu Verkehrslage, Verkehrsregelungen, Baustellen, Sperrungen und weiteren dynamischen bzw. statischen Straßenverkehrsinformationen.

S

SIRI (Service Interface for Real Time Information)

Mehrteiliger europäischer Standard CEN 15531 zur Bereitstellung von Echtzeitdaten im öffentlichen Verkehr, z. B. Verspätungen oder Fahrzeugpositionen.

SRTI

Delegierte Verordnung (EU) Nr. 886/2013 zu sicherheitsrelevanten Verkehrsinformationen. Sie betrifft die Bereitstellung von Daten zu sicherheitsrelevanten Ereignissen im Straßenverkehr, etwa Unfällen, Gefahrenstellen oder witterungsbedingten Risiken.

Städtischer Knoten

Begriff aus dem TEN-V-Kontext für eine Stadt bzw. einen städtischen Bereich mit besonderer Bedeutung im europäischen Verkehrsnetz. Städtische Knoten sind für Mobilitätsdaten relevant, weil bestimmte Digitalisierungs- und Veröffentlichungsfristen der europäischen Vorgaben an sie anknüpfen.

T

TEN-V (Transeuropäisches Verkehrsnetz, englisch TEN-T)

Europäisches Verkehrsnetz, das die wichtigsten Verkehrsachsen und -knotenpunkte Europas umfasst. Es gliedert sich in Gesamtnetz, Kernnetz und erweitertes Kernnetz und dient als Referenz für zahlreiche europäische Vorgaben im Mobilitätsbereich, insbesondere hinsichtlich Fristen und Anforderungen an die Bereitstellung von Daten. Grundlage ist die TEN-V-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1679).

V

Validator

Werkzeug zur automatisierten Prüfung, ob Daten einem bestimmten Format oder Standard entsprechen.

W

Werteliste (Codeliste)

Vordefinierte Liste zulässiger Werte für ein bestimmtes Datenfeld. Codelisten werden in Datenstandards verwendet, um eine einheitliche Beschreibung und Interpretation von Daten sicherzustellen.